Leben wie im Bilderrahmen

Leben in Corona-Zeiten ist wie Leben im Bilderrahmen. Wir sind mit so vielen Menschen über Videotelefonie oder Video-Konferenzen verbunden, Gottesdienste feiern viele noch über den Livestream mit – und so viele sehnen sich nach der persönlichen Begegnung.

Das ist wie ein Bilderrahmen. Ich habe zuhause und im Büro viele Fotos hängen von den Menschen, die mir im Leben wichtig sind, mit denen ich tolle Sachen erlebt habe: Meine Freunde aus der Studienzeit, Menschen aus meinen früheren Arbeitsstellen oder auch von hier, Fotos von meinen Eltern und Schwestern,… Die Fotos sind schön gerahmt und hängen an der Wand oder mein digitaler Bilderrahmen steht im Büro auf dem Schreibtisch.

Ich mag Fotos, weil sie mich mit den Menschen verbinden, die ich darauf sehen kann. Und doch sind sie nur eine Momentaufnahme. Wenn ich mit diesen Menschen zusammen bin, ist es was ganz anderes, als wenn ich sie nur auf den Fotos in Erinnerung habe. Außer der Erinnerung lebt da nichts, ich bekomme keine Geste oder Mimik zu sehen. Ich bin froh, die Fotos zu haben, aber das reale Treffen können sie nicht ersetzen. So wie Onlineschooling, Videokonferenzen und Livestreams auch nicht die persönliche Begegnung, das gemeinsame Spielen der Kinder,…  ersetzen können.

Und das finde ich gilt auch für Gott. Alle Bilder, die ich mir von Gott mache, sind nur ein Ausschnitt von ihm, begrenzt durch meine Wahrnehmung. Sie können und wollen die echte Begegnung mit Gott nicht ersetzen, weil Gott schon immer die lebendige Begegnung will und sich eh nicht in einen Rahmen an die Wand hängen lassen will. Er will Begegnung mit jeder und jedem einzelnen! Dann kann es wirklich lebendig werden!

Bleiben wir momentan noch geduldig im Rahmen, dass unsere Sehnsucht nach echter, wahrer Begegnung bald wieder erfüllt werden möge!

Andreas Greis nach Gedanken von Andrea Schwarz

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