Kirchengemeinde zur heiligsten Dreieinigkeit Ludwigsburg

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Gemeindefahrt nach Assisi

21.06.19 (Rückblicke)

In der Woche nach Pfingsten waren wir mit 51 Personen unterwegs nach Assisi. Ein Wort von Thomas Merton diente als Leit-Satz für die Woche: „Was von uns heutzutage verlangt wird, ist nicht so sehr über Christus zu reden, sondern eher ihn in uns leben zu lassen, damit die Menschen ihn finden können, indem sie ihn in uns lebend entdecken“. Der Heilige Franziskus sollte uns folglich Impulse geben, wie wir in jene Grundhaltungen hineinwachsen, die es möglich machen, dass Jesus Christus in uns lebt, so wie Franziskus in seinem eigenen Leben Jesus Christus hat leben lassen – damit die Menschen unserer Tage Jesus Christus in uns lebend entdecken, so wie die Menschen des 13. Jahrhunderts Jesus Christus in Franziskus lebend entdeckten.
Am Montag begegneten wir in Padua dem Heiligen Antonius, welcher das Jesuskind auf seinen Armen trägt. Wenn wir Jesus Christus buchstäblich hochhalten, wenn er unser „Navi“ ist und wir uns von ihm führen lassen, dann lebt er in uns. Unsere Aufgabe ist es, Jesus an alle Orte unseres Lebens hin zu tragen und uns jeweils zu fragen: Wie würde Jesus jetzt handeln? Was wäre Jesus jetzt wichtig? Inmitten der Kirche Maria dell‘ Angelis von Assisi trafen wir am Dienstag auf die Porziuncola-Kapelle, welche Franziskus oft aufsuchte, um mit Gott allein zu sein und mit ihm Zwiesprache zu halten. Auch für uns ist es wichtig, immer wieder in unsere innere Herzens-Kammer einzutreten und dort in intimer Freundschaft mit dem Herrn Zeit zu verbringen. Höhepunkt der Woche war der Besuch der berühmten Franziskuskirche am Mittwoch. In der Berührung des Heiligen Franziskus berühren wir Jesus Christus selbst, der in seinen Heiligen wohnt. Am Nachmittag besuchten wir San Damiano, wo Franziskus vom Kreuz herab die Stimme Christi vernahm: „Franz, bau meine Kirche wieder auf“.

Der Donnerstag war dem Thema „Menschwerdung Gottes“ gewidmet. Wir fuhren nach Greccio, dem Ort, an dem Franziskus in freier Natur das erste Krippenspiel aufführte. Franziskus schätzte das Weihnachtsfest sehr, zumal Gott so klein werden konnte, dass der Mensch vor dem allmächtigen Gott keine Angst mehr zu haben braucht. Christus will nicht nur in Bethlehem geboren sein, sondern auch heute in unseren Herzen. Am Freitag fuhren wir nach La Verna, ca. 70 km nördlich von Assisi. Hier erlebte Franziskus seine dunkelsten Stunden, nachdem seine Ordensbrüder seinen entschiedenen Weg der Nachfolge Christi nicht mehr mitgehen wollten. Im größten Schmerz durfte er die Erfahrung machen, dass der Gekreuzigte mit seinen eigenen Wunden sich mit den Wunden des Franziskus verband, so sehr, dass die Wunden Jesu am Leib des Franziskus sichtbar wurden. In unermesslichem Leid durfte Franziskus die unermessliche Liebe des Gekreuzigten spüren.

Am Samstag fuhren wir nach Trient, der Stadt, in welcher in der Mitte des 16. Jahrhunderts das Konzil von Trient mehrfach tagte. Dieses Konzil betonte u. a. die Heiligung jedes/-r Getauften: Wenn wir den in der Taufe empfangenen Heiligen Geist wirklich in uns aufnehmen, wird er uns innerlich läutern und verwandeln, so dass auch wir wie Franziskus das Licht Christi aufnehmen und ausstrahlen können. Am Sonntag feierten wir die Hl. Messe auf einer frisch gemähten Bergwiese in Obsteig/Tirol und lobten mit Franziskus Gottes schöne Schöpfung. Erfüllt und bereichert fuhren wir dann nach Ludwigsburg. Als Dieselben und doch als Andere kamen wir hier wieder an. Deo gratias!

Pfarrer Alois Krist