Kirchengemeinde zur heiligsten Dreieinigkeit Ludwigsburg

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Kehrt um!

07.03.19 (Gemeinde aktuell)

Ein Kollege mittleren Alters zog sich nach dem Bruch eines Fersenbeines eine derartige Entzündung in seinem Fuß zu, dass das Bein abgenommen werden musste. Über Jahre litt er bereits unter Diabetes, ohne es gemerkt zu haben. Er verspürte keine Schmerzen, zumal die Zuckerkrankheit keine Schmerzen verursacht, und sah deshalb keinen Grund, zum Arzt zu gehen. Dann war es, zumindest für das Bein, zu spät! In diesen Tagen gehen Europa weit Schüler auf die Straßen und schreien: „Bald ist es für unseren Planeten zu spät!“

Es ist dies ein einziger Aufschrei und eine mahnende Botschaft an die Erwachsenen: „Merkt Ihr denn nicht, wie Ihr mit Eurem Lebensstil diese wunderschöne Erde langsam (immer schneller!) aber sicher ruiniert? Denkt Ihr überhaupt nicht daran, dass Ihr uns unsere eigene Zukunft raubt?“ Ähnlich wie bei der Zuckerkrankheit ist es ein schleichender, unscheinbar wirkender Prozess, der keine Schmerzen zu bereiten scheint: Die Polkappen schmelzen vor sich hin, die Eisbären schwimmen, ab und zu ein sehr trockener Sommer… Wann ist es für unsere gesamte Schöpfung zu spät, so dass kein point of return, kein Umkehr-Punkt, mehr möglich ist?

Um diesen point of return geht es in der vor uns liegenden Fastenzeit. Die demonstrierenden Schüler wissen sich in guter Gesellschaft mit Jesus, dessen erstes Wort im Markusevangelium wie folgt lautet: „Kehrt um! Denn das Reich Gottes ist nahe!“ Ändert Eure Gesinnung und Euer Verhalten, nur dann wird es besser. Es gibt keine Alternative zu Umkehr und neuem Tun, alles andere sind Mogelpackungen à la „Gewichtsreduktion ohne Essensverzicht“. Das griechische Wort für „Umkehr“ lautet „Metanoia“, wörtlich: Ein Denken von der Meta-Ebene her, ein neues Denken, gespeist von Gottes lebendigem Geist. Die Fastenzeit lädt uns ein, in diese neue Dimension, welche bereits da ist und welche Jesus „Reich Gottes“ nennt, uns hinein zu denken, hinein zu meditieren, hinein zu beten, das Neue, wie ein Schwamm das Wasser, aufzusaugen – um dann neu handeln zu können. Wahrscheinlich geht uns dann auf, wo wir bereits im Großen wie im Kleinen in schleichende Prozesse verwickelt sind, welche keine Schmerzen bereiten, wo wir uns etwas vormachen, um der Wahrheit nicht ins Gesicht schauen zu müssen. Dass Gott uns unendlich viel Gutes zutraut, indem er uns zur Umkehr auffordert, bringt das Gebet aus China zum Ausdruck: „Herr, erwecke deine Kirche und fange bei mir an. Herr, baue deine Gemeinde und fange bei mir an. Herr, lass Frieden und Gotteserkenntnis überall auf Erden kommen und fange bei mir an. Herr, bringe deine Liebe und Wahrheit zu allen Menschen und fange bei mir an“.

Pfarrer Alois Krist