Kirchengemeinde zur heiligsten Dreieinigkeit Ludwigsburg

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Prinzessin?

08.02.19 (Gemeinde aktuell)

Manche Menschen genießen es, einmal in eine andere Rolle hineinzuschlüpfen, sich zu verkleiden. Man probiert sozusagen aus, wie es denn wäre, jemand ganz anderes zu sein. Fastnacht eignet sich hervorragend dafür – da ist es sogar ganz offiziell vorgesehen. Und man hat seinen Spaß daran – und darf ihn in diesen Tagen auch haben. Wer wären Sie denn gerne? Eine Prinzessin, die auf die Erlösung durch den Märchenprinz wartet? Der draufgängerische Cowboy? Batman? Oder doch lieber Tarzans Jane? Alles ist möglich – für ein paar Stunden, für ein paar Tage.

Aber irgendwann abends zieht man doch erleichtert das Kostüm aus, schleudert die Schuhe in die Ecke, schminkt sich ab – und schlüpft gerne wieder in Jogginganzug und die vertrauten Hauspantoffeln, die, zugegeben, nicht so arg vornehm aussehen, dafür aber unsagbar bequem sind.

Was bleibt? Vielleicht der Wunsch, das eine oder andere im Leben so zu ändern, dass es meinen eigenen Träumen mehr entspricht. Vielleicht aber auch die Erkenntnis, dass mir das Kleid der Prinzessin nicht passt. Und dass ich möglicherweise ganz gerne die bin, die ich bin. Doch auch das wüsste ich ja nicht, wenn ich das andere nicht zumindest mal ausprobiert hätte.

(Andrea Schwarz)

Ja, Fastnacht, Fasching, Karneval, Fasnet – egal wie man es nennt, es will uns aus dem Ernst des Lebens herausnehmen – nicht für immer, aber für eine Zeit. Wenn ich mit humorvollem Blick auf das Leben, auf die Arbeit, auf die Kirche schaue, dann wird mir vieles klarer, was zu ändern ist bzw. was ich im Blick behalten sollte, zu ändern. Dafür bietet die Fastenzeit im Anschluss an den Fasching genug Möglichkeit.

Humor und ausgelassenes Feiern in den Faschingstagen wollen uns frei machen, uns auf die heiteren Seiten des Lebens aufmerksam machen – trotz aller Sorgen und allem Kummer. Vielleicht ist das auch bereits ein Vorgeschmack auf Ostern, selbst wenn man sich dem Karfreitag näher fühlt.

Also dürfen wir getrost lachen – auch mal über uns selbst – und brauchen dazu nicht in den Keller gehen. Lachende, fröhliche Menschen mitten in der Stadt sind doch auch was Schönes, vor allem, wenn sie ihre gute Laune und Fröhlichkeit an die Menschen weitergeben.

In diesem Sinne: Eine glückselige Fasnet, Helau und Alaaf.

Andreas Greis