Kirchengemeinde zur heiligsten Dreieinigkeit Ludwigsburg

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Information aus unserer Partnergemeinde in Klausenburg

16.02.19 (Gemeinde aktuell)

Der Arbeitskreis Klausenburg führt jedes Jahr einen Hilfstransport nach Klausenburg durch, so auch letzten Herbst und sammelt Spenden für die Sozialarbeit in der Partnergemeinde. Dafür sei den Spendern nochmals sehr herzlich gedankt. Wir möchten aber an dieser Stelle einmal zeigen, wie sinnvoll diese Spende eingesetzt wird. Trotz über 10 Jahren EU-Mitgliedschaft von Rumänien gibt es dort noch sehr viel Armut und manche Menschen kommen ohne Hilfe nicht aus. Deshalb ist für uns die Unterstützung für Klausenburg immer noch sinnvoll. Dafür, dass diese Hilfe sehr gezielt und effektiv erfolgt, sorgt in ihrem Bereich unsere Partnergemeinde, die rumänisch-katholische Gemeine von Klausenburg. Sie hat uns nachfolgenden Bericht über ihre soziale Tätigkeit übermittelt.

Die Sozialfürsorge- und Beratungsstelle der kath. Großgemeinde Manastur 1 West begann ihre Tätigkeit im Jahr 2001, als einige Schwestern eine Sozialkantine für Kinder und Obdachlose, aber auch für die sehr armen Familien gründeten. Das Essen wurde täglich im Flur der Kirche organisiert.
Im Jahr 2003 wurde eine Sozialarbeiterin beschäftigt und seit 2007 arbeiten wir mit zwei Sozialarbeitern. Derzeit beträgt das Gehalt eines Sozialarbeiters etwa 300 €.
Im Jahr 2007 tritt Rumänien der EU bei und so wurden uns die europäischen Anforderungen für eine Kantine auferlegt. Im Herbst desselben Jahres mussten wir die Kantine schließen. Die des Sozialbüros setzt sich fort mit einigen unterstützenden Diensten für Familien in Schwierigkeiten, denen viele hinzugefügt wurden: Alleinerziehende, sozial Außenstehende, Menschen mit einer Behinderung oder am Ende des Lebens oder mit einer großen Anzahl von Kindern ohne stabilen Wohnraum, Personen mit unzureichendem Einkommen, bzw. ohne Arbeit.
Derzeit führen wir im Sozialamt der Gemeinde verschiedene Aktivitäten durch, um gefährdete Personen zu unterstützen:

  • Familien (Alleinerziehende), die unter ungeeigneten Bedingungen leben oder in Mieten, die ihre finanziellen Möglichkeiten bei weitem übersteigen oder die weder Strom noch Gas oder Wasser in ihren Häusern haben; z.B. eine Familie mit einem Elternteil und fünf Kindern, davon 3 in der Schule, mit einem Gesamteinkommen von 1000 Lei (217 €)‚ von denen sie Miete 700 Lei (152 €) zahlen und die Differenz sollte einen Monat zum Leben ausreichen
  • Alte Menschen, deren Geld nicht zum Überleben reicht, z.B. eine Familie mit zwei Rentnern lebt von einem Einkommen von 950 Lei (206,50 €)‚ weil sie nur eine Rente haben, von der sie Medikamente kaufen, laufende Kosten bezahlen (Gas, Wasser, Strom), Lebensmittel kaufen etc. Die Dame ist Diabetikerin. Die Mindestrente in Rumänien beträgt 640 Lei (139 €)
  • Menschen mit körperlichen oder psychischen Störungen und desorientierte Familien, die in einer sich ständig verändernden Gesellschaft nach Ressourcen suchen. Ein Vater, der allein ein Kind großzieht und krank ist (640 Lei) kann in Klausenburg keine Miete zahlen. Er zog also auf‘s Land, dort wo er die Miete bezahlen konnte und versucht, damit zurecht zu kommen

Wir möchten betonen, dass die Lebensmittelkosten in Rumänien mit denen in Deutschland vergleichbar sind. Beispielsweise kann eine Familie mit einem Mindesteinkommen (Mindestlohn ca. 250 €) ihre Nahrungsmittelkosten und die monatlichen Ausgaben nicht decken (Miete, Strom, Wasser, Gas, Fernheizung, Medikamente, medizinische Versorgung usw.)

Unser Engagement und unsere Unterstützung für diese Menschen spiegelt sich in:

  • Zuhören, einen Besuch abstatten und eine soziale Umfrage für Personen durchführen, die Hilfe anfordern und in das Projekt eintreten
  • Information, Überwachung und soziale Beratung, um der Risikosituation zu entgehen, bei der sozialen Reintegration zu helfen, materielle und geistiger Ressourcen zu finden, um das Leben in Würde fortzusetzen
  • Vermittlung bei verschiedenen Institutionen und Organisationen, um das dwn Menschen zu ihrem Recht zu verhelfen
  • Unterstützung bei der Beschaffung von Dokumenten (Taufe, Ehe)
  • Beratung, um eine Arbeit zu finden und zu behalten, um von allen Rechten eines Arbeitsvertrags profitieren zu können
  • Finanzielle Unterstützung für den Kauf monatlicher Medikamente oder in bestimmten Situationen für die medizinische Beratung
  • Einschreiben von Kindern in Bildungseinrichtungen und Wiedereinschreibung bei Schulabbruch
  • Freizeit-Aktivitäten zur Sozialisierung von Kindern, Ausflüge in Parks, Besuch verschiedener Veranstaltungen, Geburtstage feiern
  • Arzttermine: Begleitung zu Arztbesuchen, Besuch im Krankenhaus
  • Vorbereitung spezifischer Weihnachts- und Osterveranstaltungen

Die Anzahl der Begünstigten, die entweder einmalig finanziell als auch monatlich finanziell unterstützt werden, beträgt 50 Familien und damit etwa 232 Personen. Sie erhalten je nach Bedarf materielle Hilfe, bestehend aus monatlichen Lebensmitteln, Körperpflege und Reinigungsmitteln und in bestimmten Situationen finanzielle Unterstützung.